Wiederherstellung des gesamten Hauses Israel

Vorwort
Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht in unseren Medien Fernsehen, Radio, Zeitungen usw. die Rede von Israel ist. Selbst Nichtchristen muß an dieser Stelle auffallen, daß wir es hier mit einem besonderen Volk zu tun haben.
Wie viel mehr sollten Christen sich mit Israel beschäftigen, dem Volk, das Gott als „sein Volk“ bezeichnet. Nur wenigen Christen ist bis jetzt bewußt, wie eng ihre Verbindung zu Israel in Wirklichkeit ist. Daraus folgt: sich mit Israel zu beschäftigen, ist kein „frommes Hobby“, sondern- wie wir sehen werden- der Schlüssel, um die biblische Prophetie und die Offenbarung zu verstehen.
In dem begrenzten Rahmen dieses Artikels werden nur die wichtigsten Schriftstellen angeführt.
Gottes Verheißungen an Abraham
Die Anfänge des Volkes Israel finden wir in 1. Mose 12, 1. „Und der Herr sprach zu Abram: „Verlaß dein Land und deine Verwandtschaft und deines Vaters Haus und ziehe in das Land. das ich dir zeigen werde, denn ich will dich zu einem großen Volk machen und will dich segnen und deinen Namen groß machen und du sollst ein Segen werden. Ich will die segnen, die dich segnen, und wer dich verflucht, den will ich verfluchen; und in dir sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden.“
Und weiterhin lesen wir:
1. Mose 12,7: Da erschien der Herr dem Abram und sagte zu ihm: „ Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben.
1. Mose 13, 16: „... und ich will deine Nachkommenschaft so zahlreich werden lassen, wie der Staub der Erde, so daß, wenn jemand den Staub der Erde zu zählen vermöchte, auch deine Nachkommenschaft zählbar sein sollte.“
V. 17: „Wohlan, durchziehe das Land nach seiner Länge und Breite, denn dir will ich es geben.“
Außerdem lesen wir:
1. Mose 15, 5: Darauf ließ er ihn ins Freie hinaus treten und sagte: „Blicke zum Himmel empor und zähle die Sterne, wenn du es kannst!“ Dann fuhr er fort:
„So unzählbar sollen deine Nachkommen sein.“
Vermehrungssegen und Bund mit Abraham
Und Gott schloss sogar einen Bund mit Abraham, wie wir im folgenden lesen:
1.Mose 17, 2 ff: „Ich will einen Bund zwischen mir und dir stiften und dich überaus zahlreich werden lassen.“ Da warf sich Abram auf sein Angesicht nieder; Gott aber redete weiter mit ihm so: „Wisse wohl: mein Bund mit dir
geht dahin, daß du der Stammvater einer M e n g e v o n V ö l k e r n werden sollst. Darum sollst du hinfort nicht mehr Abram (= erhabener Vater) heißen, sondern dein Name soll jetzt Abraham (= Vater einer Menge) lauten; denn zum Stammvater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt. Ich will dich also überaus zahlreich werden lassen und dich zu (ganzen) Völkern machen; auch
Könige sollen von dir abstammen. Und ich will meinen Bund errichten (oder: aufrechterhalten) zwischen mir und dir und deinen Nachkommen nach dir, Geschlecht für Geschlecht, als einen ewigen Bund, um dein Gott zu sein und (der Gott) deiner Nachkommen nach
dir. Und ich will dir und deinen (leiblichen) Nachkommen nach dir das Land, in dem du (jetzt) als Fremdling weilst, nämlich das ganze Land Kanaan, zum ewigen Besitz geben und will ihr Gott sein.“
Der Vermehrungssegen für Abrahams Söhne
Die Verlässlichkeit der Zusagen Gottes wird an den Söhnen Abrahams deutlich:
„So sprach Gott zu Isaak: Ich will den Eid halten, den ich
deinem Vater geschworen habe, und will deinen Samen
mehren wie die Sterne am Himmel und will deinem Samen
alle diese Länder geben. Und durch deinen Samen
sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden.“
1. Mose 26, 3+4, siehe auch Kapitel 26, V. 24
Und Jakob erhielt die Verheißung:
„... und deine Nachkommen sollen so zahlreich werden
wie der Staub der Erde; und du sollst dich nach Westen
und Osten, nach Norden und Süden hin ausbreiten, und in
dir und in deinem Nachkommen sollen alle Geschlechter
der Erde gesegnet werden.“ 1. Mose 28, 14
„....Zahlreich wie der Sand am Meer, wie die Sterne am Himmel, wie der Staub der Erde... Abraham als der Vater vieler Völker ...und ich will dir das Land Kanaan zum ewigen Besitz geben“
– alle diese Segnungen und Zusagensind für Gottes Volk gleichermaßen im alten und im neuen Bund.
Der Vollständigkeit halber soll hier noch kurz auf Ismael eingegangen werden, denn auch er ist ein Sohn Abrahams. Seine Mutter empfing von Gott für ihn eine gewaltige Verheißung:
“Ich will ihn segnen und fruchtbar werden lassen
und ihm eine überaus zahlreiche Nachkommenschaft
verleihen; zwölf Fürsten soll er als Nachkommen haben,
und zu einem großen Volk will ich ihn machen“.
Heute gibt es zig-Millionen Araber, die sich als Nachkommen Abrahams und damit Ismaels sehen.- Doch wenden wir uns jetzt Jakob zu.
Jakob hatte zwölf Söhne und lebte in Kanaan.. Gott hatte es lt. 1. Mose 15, 12-14 vorgesehen, daß er aufgrund einer Hungersnot mit seinen Söhnen nach Ägypten gehen, sich dort zum großen Volk Israel entwickeln und unter Mose
die ägyptische Knechtschaft wieder verlassen würde. Josua schließlich hat Israel in das Land geführt, das Gott diesem Volk versprochen hatte - Kanaan. Dort entwickelte sich Israel im Laufe seiner Geschichte zu einem Königreich.
Reichsteilung Israels - Nordreich und Südreich
Nach nur drei Königen (Saul, David und Salomo) kam es zu einem tiefen Einschnitt in der Geschichte Israels. Der Grund lag in den Sünden Salomos: Verehrung anderer Götter. Gott kündigte Salomo daraufhin an, daß deswegen
das Königreich geteilt wird; dies sollte jedoch erst zu Lebzeiten seines Sohnes Rehabeam eintreten. Die Teilung sah so aus, daß ein S ü d r e i c h und ein N o r d r e i c h entstand. Das Südreich bestand im wesentlichen aus den Stämmen Juda und Benjamin; es wurde als das „Haus Juda“ bezeichnet. Das Nordreich umfasste die übrigen 10 Stämme und wird in der Bibel meistens unter der Bezeichnung „Haus Israel“ oder „Ephraim“ geführt. Eine Wiedervereinigung hatte Gott zum damaligen Zeitpunkt nicht zugelassen. 1.Könige 12, 21- 24.
Im weiteren Verlauf der Bibel liest man, insbesondere in den Büchern der Könige und der Chronik, daß das Nordreich immer mehr Götzendienst praktizierte und sich entsprechend von Gott entfernte. Verschiedene Propheten, darunter Hosea und Amos, warnten das Volk –vergeblich vor
dem Gericht Gottes. 722 v. Chr. wurden schließlich die 10 Stämme des Hauses Israel von den Assyrern besiegt und in Gefangenschaft genommen. Bis heute sind sie nicht in ihre Heimat zurückgekehrt. Vielmehr wurden sie unter die Völker zerstreut- der Vermehrungssegen aber blieb! Daß Gott das Nordreich Israel verstoßen hat, lesen wir u.a. in Jeremia 3, 8: Gott gibt Israel (gemeint ist das Nordreich, nicht Juda) einen Scheidebrief. Die Trennung von Gott schien perfekt- und doch gibt Gott in seiner Liebe sein Volk nicht auf. Durch Gericht und Gnade- zu lesen in Hosea 2- wird er sich seines Volkes erbarmen, es wieder annehmen und herstellen.
Die 10 verschwundenen Stämme Israels zur Zeit Jesu und der Apostel
Im Johannisevangelium Kap. 10, Vers 16 sagt Jesus: „Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Herde und ein Hirte werden“.
Diese anderen Schafe, die nicht zum Stall Juda gehören, können in diesem Zusammenhang nur die Schafe aus dem Nordreich Israel sein. Das machen auch die Apostel deutlich. So schreibt Paulus in seinem Brief an die Römer
in Kapitel 9 in Vers 24 ff:
„Als solche Gefäße des Erbarmens hat er auch uns berufen, und zwar nicht nur aus den Juden, sondern auch aus den Nationenvölkern, wie er ja auch durch den Propheten Hosea sagt (Hosea 2, 25): „Ich werde das, was nicht mein
Volk ist, mein Volk nennen, der Ungeliebten den Namen „Geliebte“ beilegen und (Hosea 2, 1): „Es wird geschehen: an dem Orte, wo zu ihnen gesagt worden ist: “ Ihr seid nicht mein Volk“, dort werden sie „Söhne des lebendigen Gottes“ genannt werden.“
Hier spricht Paulus davon, daß die N i c h t j u d e n , die unter den Römern zum Glauben gekommen sind, eindeutig Erfüllung des Propheten Hosea waren. Wer war der Prophet Hosea?
Hosea war ein Prophet im Nordreich. Er mußte dem Volk seinen Abfall von Gott vor Augen führen. Gemäß Hosea Kap. 1 mußte er eine Hure heiraten, um den Götzendienst Israels darzustellen. Mit ihr bekam er Kinder, denen er besondere Namen geben mußte. Das erste Kind, einen Sohn, mußte er „Jesreel“ nennen, das heißt: Gott zerstreut. Gemeint ist die Beendigung des Königtums des Hauses Israels.
Das zweite Kind, eine Tochter, mußte er übersetzt „Ungeliebt“ nennen: Gott hat dem Nordreich seine Liebe entzogen. Das dritte Kind, ein Sohn, mußte den Namen „Nicht-mein-Volk“ tragen, wiederum bezogen auf das Nordreich.
In Hosea Kapitel 2 Vers 1 spricht Gott unter Rückgriff auf das erste Kapitel eine bedeutende Verheißung aus, auf die Paulus sich in der oben genannten Stelle bezieht. Diese Verheißung „...und meine Geliebte nennen, die nicht meine
Geliebte war...“ begann sich zu erfüllen unter den Nichtjuden, die in Rom zum Glauben an Christus kamen.
Auch Petrus bezieht sich in seinem ersten Brief in Kapitel 2, Verse 9 und 10 auf die gleiche Stelle des Propheten Hosea, die Paulus nannte. Damit bestätigt neben Paulus auch Petrus, daß die Gläubigen aus dem Nichtjudentum in Wirklichkeit die Nachkommen aus dem Nordreich waren.
Der zweite markante Prophet im Nordreich Israel war der Prophet Amos. Er sprach in Kapitel 9, 11-12 von der Wiederherstellung „der zerfallenen Hütte Davids“ ( Gesamt-Israel ). Und auf Amos bezog sich auch Jakobus in Apg. 15 in seiner Rede auf dem Apostelkonzil in Jerusalem.
Anlaß dieses Konzils war, daß Gläubige aus dem Judentum von Gläubigen aus dem Nichtjudentum die Beschneidung verlangten. Aus der Rede des Jakobus geht hervor, daß er die Tatsache, daß sich Nichtjuden bekehrten, als den Anfang der Erfüllung des Propheten Amos bezeichnet.
Die Christen aus dem Nichtjudentum zur Zeit der Apostel waren demnach eindeutig die Nachkommen aus dem Nordreich Israel (die 10 Stämme), also das, was die Bibel auch das „Haus Israel“ nennt.
Christen gehören nach den Verheißungen der Bibel zu Israel
Genauso wie sich das Nordreich unter den damaligen Christen der Gruppe der Nichtjuden befand, so befindet sich unter den heutigen Christen das Nordreich Israel (10 Stämme).
Auch wenn jemand sich nicht zu Israel zählen kann, ist er dennoch mit hineingenommen in die g e s a m t e n Verheißungen und jeden Segen für Israel.
In den Briefen des Apostels Paulus lesen wir davon mehrfach. In Galater 3, 16 führt er aus: „Nun gab Gott seine Zusage Abraham und seinen Nachkommen. Genaugenommen hat er aber zu Abraham nicht gesagt: ‚Deinen Nachkommen gilt diese Zusage‘, als ob viele gemeint wären, sondern er hat gesagt: ‚deinem Nachkommen‘. Er sprach nur von einem, nämlich Christus.“ Später heißt es im gleichen Kapitel in Vers 29: „Wenn ihr aber Christus gehört, seid ihr auch Abrahams Nachkommen und bekommt, was Gott Abraham versprochen hat.“
In Römer 11 ist die Rede vom Ölbaum, bekannt als das Symbol für Israel. Vers 17 führt aus, daß wir e i n g e p f r o p f t sind und an den guten Säften des echten Ölbaums Anteil haben. Das bedeutet letztlich: der ganze Segen für Israel, die Versprechungen von Gott an Abraham und damit an Israel - all diese Verheißungen gehören uns, und zwar dadurch, daß wir Jesus Christus angenommen haben.
Im Brief an die Gemeinde in Ephesus im Kapitel 2 wird dies in einem noch stärkeren Bild dargestellt. Nach Vers 12 waren wir früher „ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels“, wir waren „ohne Anteil an den Bündnissen der Verheißung“. Das aber gilt nicht mehr, seit wir Jesus Christus angenommen haben. Vielmehr jetzt werden wir als „Vollbürger“ bezeichnet und sind in „Gottes Hausgemeinschaft aufgenommen“, Vers 19.
Wir können also anhand dieser Ausführungen klar erkennen, daß wir als Christen und Israel nicht zwei verschiedene „Körperschaften“ und nicht zwei verschiedene Heilswege haben. Mit gemeinsamen Verheißungen bilden
wir zusammen eine Gemeinde, letztlich ein einziges Volk.
Wiederherstellung von Gesamt-Israel
Bis auf den heutigen Tag sind die 12 Stämme Israels geteilt in zwei Reiche. Wir kennen das Südreich Juda, (das heutige Judentum und den Staat Israel) und das Nordreich Israel, bestehend aus den verschwundenen Stämmen Israels in der Zerstreuung.
Die wohl deutlichste, weil bildhafte Weissagung über die Wiederherstellung des gesamten Hauses Israel bekam der Prophet Hesekiel. So lesen wir in Hes.37, Vers 15-22 :
“Weiter erging das Wort des Herrn an mich folgendermaßen:
„Du Menschensohn, nimm dir einen Holzstab und schreibe
darauf: Juda und die mit ihm vereinten Israeliten. Sodann
nimm noch einen anderen Holzstab und schreibe darauf:
Joseph, der Stab Ephraims und des ganzen mit ihm vereinten
Hauses Israel. Dann füge dir beide Holzstäbe zu einem
einzigen Stabe zusammen, so dass sie ein Ganzes in deiner
Hand bilden.
Wenn deine Volksgenossen zu dir sagen: willst du uns nicht
erklären, was dies bedeuten soll?, so antworte ihnen: So
hat Gott der Herr gesprochen: Seht, ich werde den Stab
Josephs und der mit ihm vereinigten Stämme Israels, der
in der Hand Ephraims ist, nehmen und ihn zu dem Stabe
Judas hinzutun und sie beide zu einem einzigen Stabe
machen, sodass sie ein Ganzes in meiner Hand bilden.
Wenn du dann die Stäbe, die du mit Inschriften versehen
hast, vor ihren Augen in deiner Hand hälst, so sage zu ihnen:
So hat Gott der Herr gesprochen: Wisset wohl, ich
will die Kinder Israels aus den Heidenvölkern, unter die
sie haben ziehen müssen, herausholen und sie von allen
Seiten sammeln und sie in ihr Land zurückbringen. Ich
will sie dann zu einem einzigen Volk machen in dem
Lande, auf den Bergen Israels, sodass ein einziger König
über sie alle herrscht; sie sollen alsdann nicht wieder zwei
Völker bilden und nicht wieder in zwei Reiche geteilt sein.“
Hier verspricht Gott sehr klar, dass er „auf den Bergen Israels“ das Gesamt-Israel unter dem König der Könige zusammenführen wird. Wir erleben in diesen Tagen, dass Gottes Geist immer mehr Christen offenbart, dass sie mit hineingenommen sind in die Wiederherstellung des gesamten Hauses Israel. Ja, wir als Christen haben Anteil an j e d e m Segen Abrahams.
Wir dürfen uns als Teil der gewaltigen Verheißungen , die Gott Abraham und seinen leiblichen Nachkommen -in der Linie Isaak und Jakob - später Israel genannt - gegeben hat.
